Beiträge getagged ‘Papst Benedikt’

„Der Papst macht Christus groß“

10 Oktober 2011

So die Einschätzung von mir in einem Interview in der Tagespost. Hier das Interview im vollen Wortlaut:

Dominik Klenk, evangelischer Prior der Ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“ (OJC) in Reichelsheim, zu seinen Erwartungen an den Papstbesuch und die anti-katholische Polemik des „chrismon“-Chefredakteurs Arnd Brummer.

Von Oliver Maksan

 

Herr Klenk, Arnd Brummer polemisiert, von einer Predigt Kardinal Ratzingers über die Diktatur des Relativismus aus der katholischen in die evangelische Kirche getrieben worden zu sein. Billigen Sie dies?
Herrn Brummer sollte man in dieser Sache nicht allzu viel Gewicht geben. Es bestätigt sich immer wieder neu, dass Konvertiten für die Ökumene normalerweise verloren sind. Sie müssen sich so vehement von ihrem alten Fundament abstoßen, dass eine kluge, sachliche und beherzte Auseinandersetzung oft gar nicht mehr möglich ist. Einige seine Anmerkungen zur Katholischen Kirche sind bedenkenswert. Aber das muss dann im Geist der Wertschätzung ins Gespräch gebracht werden.

 

Heute kommt Papst Benedikt ins Land. Können Sie als Protestant mit ihm mehr anfangen als Herr Brummer?
Aber ja. Der Papst hat für die Ökumene schon weit mehr bewegt, als landläufig wahrgenommen wird: Er hat Jesus Christus klar und leuchtend ins Zentrum seiner Verkündigung gestellt. In seiner Enzyklika „Deus Caritas est“ und in seinen beiden wunderbaren Jesus-Büchern ist er Zeuge und Wegbereiter für die Botschaft der Liebe, die uns umtreibt. Er macht Jesus groß und strapaziert das konfessionelle Sondergut der Katholischen Kirche nicht über die Maßen. Es ist aus seinem Pontifikat deutlich herauszuhören, dass ihm die Einheit der Kirchen ein wesentliches Anliegen ist.

 

Der Papst trifft in Erfurt Vertreter der evangelischen Kirche. Erwarten Sie, dass er das gemeinsame Abendmahl ankündigt und den Luther-Bann aufhebt?
Nein, das erwarte ich nicht. Benedikt hat viel zu viel Achtung sowohl vor dem protestantisch gewachsenen Weg als auch vor der Lehre seiner eigenen Kirche. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es trotzdem in der Sache ein beherztes Miteinander wird. Wenn es denn um diese beiden Punkte gehen sollte, dann wäre die Lösung von Luthers Bann auf jeden Fall das vorausgehende fundamentale Geschehen. Denn der Bann über Luther und seine Lehre ist nie aufgehoben worden. Darum ist die evangelische Kirche für die Katholiken bis heute nicht Kirche im vollen Sinn. Schon Johannes Paul II. war intensiv an dieser Frage dran. Ein solcher Schritt braucht Vitalität und Elastizität, die ich Benedikt zutraue.

 

Sie haben das Buch „Lieber Bruder in Rom“ herausgegeben, in dem profilierte und dem Evangelium verpflichtete Protestanten dem Papst und katholischer Kirche zu Lebensschutz und Neuevangelisierung die Hand reichen. Fehlt es Katholiken auf evangelischer Seite an solchen Bündnispartnern?
Ja und Nein. Man muss sich klar machen: „Die“ evangelische Kirche gibt es ebenso wenig wie „die“ Katholiken. Ich glaube, dass sich mittelfristig eine Allianz aus christuszentrierten und dem biblischen Zeugnis verpflichteten Katholiken und Protestanten bilden wird. Christus wird seiner Kirche den Atem nicht ausgehen lassen – der Atem des Heiligen Geistes, der das Evangelium neu zum Klingen bringt. Es gibt übrigens bereits wunderbare Allianzen im Lebensschutz, in ethischen Grundfragen, in der Ökumene vor Ort, in denen Katholiken mit Protestanten sehr profiliert zusammenarbeiten. Christen müssen heute gemeinsam und konfessionsübergreifend handeln, weil sie sonst keine glaubwürdige Botschaft für eine säkulare Gesellschaft haben.

 

Quelle: Die Tagespost, 21. September 2011

Papst-Buch beim Papst angekommen

9 September 2011
Benedikt XVI. und der evangelische Bischof Jürgen Johannesdotter im Gespräch über das Buch „Lieber Bruder in Rom“.

Benedikt XVI. und der evangelische Bischof Jürgen Johannesdotter im Gespräch über das Buch „Lieber Bruder in Rom“.

Vergangene Woche war Jürgen Johannesdotter, Bischof für die evangelischen Kommunitäten und Mitautor des Buches „Lieber Bruder in Rom“ zu Besuch beim Papst. Er hatte die Möglichkeit, mit dem Papst über das Buch ins Gespräch zu kommen und konnte berichten, dass auch einige der Kardinäle, die den Deutschandbesuch des Papstes vorbereiten, das Buch bereits intensiv gelesen hatten.
Bereits nach der ersten Verkaufswoche war das Buch vergriffen. Die zweite Auflage ist jetzt in den Buchläden. Der Knaur-Verlag hat die ersten Exemplare der zweiten Auflage an alle 92 evangelischen und katholischen Bischöfe in Deutschland verschenkt.

YOUCAT: Geschmeidig, gelb und glasklar

19 April 2011

Katholische Kirche landet Bestseller mit dem neuen Jugendkathechismus

YOUCAT: Die neue Jugendkatechismus der Katholischen Kirche

YOUCAT: Die neue Jugendkatechismus der Katholischen Kirche

Fast unhörbar hat sich der YOUCAT angeschlichen. Am Palmsonntag wurde der neue Weltjugendkathechismus in Rom dem Papst von Jugendlichen auf dem Petersplatz übergeben. Gerade erschienen, stürmt er bereits die Gipfel der Bestsellerlisten. Der Stern notierte ihn bereits in der vergangenen Woche auf Platz drei. Zur Erstpräsentation lag er in fünf Sprachen vor und soll zum katholischen Weltjugendtag in Madrid mit einer Neuauflage von 700000 Exemplaren die junge Generation aus aller Welt in über 15 Sprachen erreichen.
Wie das Werk zustande kam, ist durchaus bemerkenswert. Und für katholische Verhältnisse nahezu unglaublich. Dabei braucht man nicht einmal katholisch sein, um zu wissen, wie langwierig und häufig mit geringem Erfolg gesegnet, die Arbeit in kirchlichen Grundsatzkommissionen sein kann. Beim YOUCAT war es anders. Aus der Initiative von zwei Laien und mit der Unterstützung durch zwei Priester ist 2006 im Verborgenen ein Prozess angestoßen worden, der vor wenigen Monaten mit der Approbation des YOUCAT durch Papst Benedikt seinen innerkirchlichen Durchbruch schaffte.
Der Münchner Autor und Verleger Bernhard Meuser hatte es seit langem auf dem Herzen, ein Instrument zur Neuevangelisation der Jugendlichen zu schaffen. Gemeinsam mit Michaela Heereman, Religionslehrerin und Mutter von sechs Kindern und in Zusammenarbeit Christian Schmitt, Priester aus Münster und Johannes Eltz, Priester aus Limburg haben sie versucht den Kathechismus der Katholischen Kirche (KKK) in die Sprache der jungen Generation herunter zu brechen. Kein leichtes Unterfangen. Denn aus dem in Form und Gewicht backsteinähnlichen Kathechismus, der auch in seinem sprachlichen und visuellen Aufmachung sperrig bleibt, sollte ein geschmeidiges und einladendes Buch werden, das die Jugend gerne in die Hand nimmt.
„Was ist die Firmung?“, fragt der YOUCAT. „Wenn ein Trainer seinem Fussballspieler auf das Spielfeld schickt, legt er ihm die Hand auf die Schulter und gibt ihm letzte Anweisungen. So kann man auch die Firmung verstehen.“ Und was sagt der YOUCAT zum Thema Gottesdienstbesuch? „Eigentlich ist „Sonntagspflicht“ für einen echten Christen ein ebenso unpassendes Wort wie „Kusspflicht“ für einen richtig verliebten. Niemand kann eine lebendige Beziehung zu Christus haben, wenn er nicht dorthin geht, wo er auf uns wartet.“ Die Sprache ist klar und einfach, weil eine Gruppe von 50 Jugendlichen in mehreren Literatur-Camps die Autorenvorlage revidiert hat und ihre Formulierungen den Text mit gestaltet haben. Insbesondere in den Fragen der konkreten Lebensbezüge ist der YOUCAT eine lohnende Ressource für Christen aller Konfessionen. Er nimmt die heiklen Fragen nach Lebensführung und Sexualität, Armut und Globalisierung kurz und knapp auf und antwortet glasklar. Das Kirchenverständnis bleibt katholisch, aber ohne den Riss zwischen den Konfessionen zu strapazieren.
Auch als App für das iphone ist der YOUCAT inzwischen verfügbar, gemäß der einleitenden Empfehlung von Papst Benedikt: Studiert den Kathechismus. Lest ihn zu zweit, bildet Lerngruppen und Netzwerke, tauscht Euch im Internet aus. Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern.“ Mit dem neuen YOUCAT hat Rom die Welt überrascht. Und ein bisschen auch sich selbst.

Switch to our mobile site