Initiativkreis zeigt Profil

9. Februar 2011 von Dominik Klenk Kommentieren »

Es gibt sie noch! Jene Mahner, die aufstehen und sagen, mit uns so nicht! Dazu gehören die Unterzeichner des Aufrufs „Die Chancen nutzen“ vom „Initiativkreis Evang. Kirchenprofil“. In ihrem Flyer rufen sie die Evangelisch Kirche dazu auf, nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst, Fehlverhalten anzuprangern und zu korrigieren:

Wenn sich […] zeigt, dass eine bereits geübte Praxis korrigiert werden muss, ist das nicht schlimm. Schlimmer wäre es, wenn diese einfach bequem weitergeführt würde. Die Kirche hat oft genug Parteien und Wirtschaftsverbände zur Umkehr aufgefordert. Sie gewinnt an Ansehen, wenn sie das jetzt auch bei sich selbst tut. Dafür können sich die Gemeindeglieder einsetzen und sie sollten das auch tun.

Anlass ihres Aufrufs ist das neue Pfarrdienstgesetz der EKD, das vom „familiären Zusammenleben“ von Pfarrern und Pfarrerinnen spricht und damit eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft meint. Diese in der Begründung zum neuen Pfarrdienstgesetz vorhandene Erweiterung bricht laut den Initiatoren erstens mit den Gesichtspunkten der Bibel, wie es die EKD selbst in der Schrift „Mit Spannung leben, S. 21“ 1996 festgestellt hatte. Außerdem gefährde es die Zukunft der Ökumene, das Vertrauen der Menschen in die Kirche und zerstöre die besondere Bedeutung von Ehe und Familie.

Jeder kann die Absicht der Initiatoren unterstützen!

Zu den Unterzeichnern gehören u.a.

• Prof. Dr. Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen)
• Dozent Dr. Helmut Burkhardt (Basel)
• Prof. Dr. Edith Düsing (Hilchenbach)
• Rechtsanwalt Christian Hausen (Neumünster)
• Pfarrer Dr. Hans-Gerd Krabbe (Achern)
• Kirchenrat i.R. Hans Lachenmann (Satteldorf/Württemberg)
• Prof. Dr. Dr. Rainer Mayer (Stuttgart)
• Pastor Dr. Dieter Müller (Kiel)
• Dozent Dr. Werner Neuer (Basel)
• Prof. Dr. Rainer Nobiling (Heidelberg)
• Pastor Ulrich Rüß (Hamburg)
• Prof. Dr. Günter R. Schmidt (Erlangen)
• Dipl.-Theol. Gudrun Theurer (Freudenstadt)
• Pfarrer Rolf-Alexander Thieke (Berlin)
• Dr. phil. Karl-Heinz Wegener (Bergheim).

1 Kommentar

  1. Christoph Richter sagt:

    Falsche Propheten in der Kirche

    „Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, dass wir nichts anders suchen mehr.“ (EG 246,7)

    „Es gibt keine biblischen Aussagen, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil!“ (Aus: EKD – Denkschrift „Mit Spannungen leben“, EKD-Texte Nr. 57, S. 21, Abschnitt 3). Mit dieser Aussage ist der Befund der Hl. Schrift zur Sache exakt festgestellt. Wer diesen eindeutigen Schriftbefund unter Berufung auf sein privates Schriftverständnis als „in der Sache nicht zutreffend“ beiseite schiebt, mutiert damit zum falschen Propheten. Und solange ein „Schriftverständnis“ weder durch kirchliche Bekenntnisse noch durch irgendwelchen gesamtkirchlichen Beschluss autorisiert ist, muss es als „privat“ gelten.

    Des Weiteren gibt es keinerlei naturwissenschaftlich exakt geführten Nachweis darüber, dass homosexuelle Prägung „genetisch bedingt“ und darum als „pränatal gegeben“ zu bewerten sei. Wer also von einer „dritten Schöpfungsvariante“ neben Mann und Frau spricht, vertritt damit eine Position, die – streng wissenschaftlich gesehen – keinen ernst zu nehmenden Grund und Boden hat.

    Kirchenleitende Persönlichkeiten und kirchenleitende Gremien, die also den o.g. exakten Schriftbefund zum Problem der Homosexualität in Anwendung ihres privaten Schriftverständnisses und damit in selbstherrlicher Arroganz kurzerhand wegwischen und dann auch noch ihrer „Überzeugung“ von einer „dritten Schöpfungsvariante“ Ausdruck geben, müssen es sich künftig gefallen lassen, dass sie von der bibellesenden Gemeindebasis unter Hinweis auf das Wort Jesu in Matth. 24, 11 als falsche Propheten bewertet werden.

    Ich rede hier nicht einem Kirchenaustritt das Wort, sondern dem Widerstand innerhalb der Kirche. Damit haben wir in den evangelischen Kirchen in Deutschland spätestens seit 1933 Erfahrungen gemacht. Es wird höchste Zeit, dass sich solcher Widerstand baldmöglichst sammelt und formiert und „Ross und Reiter“ öffentlich und deutlich beim Namen nennt.

    Christoph Richter, Pfarrer i.R., Oberreichenbach
    24 Jahre synodales Mitglied der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, 4 Jahre Mitglied der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR

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