Archiv für die ‘Bücher’ Kategorie

Lebensweisheit

2 Mai 2012

Ein klasse Buch voller Lebensweisheit und Ermutigung von Heinz Zindel.

Meine Rezension zu “P.S.Ich lebe gern”:

P.S. Ich lebe gern!

P.S. Ich lebe gern!

P.S. Ich lebe gern

Was lebendig ist, verändert sich. Doch kaum eine Generation hat so viele Veränderungen verarbeiten müssen, wie die Kinder des zweiten Weltkrieges. Das Unfassbare musste ertragen, veränderte Grenzziehungen neu eingeprägt, jüdische Nachbarn ausgeliefert oder beherbergt werden – je nach dem, auf welche Seite der Geschichte man geworfen wurde.
Die Umbrüche dieser Jahre waren gewaltig und ihre Folgen sind bis heute prägend und spürbar: mit einer Innen- und mit einer Außenseite.

Heinz Zindel ist ein Kind dieser Umbruchsjahre. Als Schweizer Junge stand er nicht im Zentrum der politischen Auseinandersetzungen. Aber er war nah genug dran. Nah genug, um ihre kulturprägenden Eigenheiten einzufangen. Nah genug, um die Generationsdynamik des schwindenden Patriarchats zu erspüren. Nah genug, um das Ringen verunsicherter Menschen um Heimat, Freundschaft und Richtung zu erleben.

Das alles wird erzählt. Heinz Zindel bezieht uns ein in die Blütenlese seines Lebens. Er verstrickt uns in Geschichten, die ihm kostbar geworden sind. Er zeichnet ein Generationengeschehen nach, in dem sich unsere eigenen Geschichten widerspiegeln. Was hier aufleuchtet: Geschichten zu erzählen, das ist mehr als Zeitvertreib und Unterhaltung. Geschichten sind mehr als Information und Wissen. Sie stehen an der Wiege unserer Existenz, betten uns ein, und wir erahnen durch sie, wer wir sind, woran wir uns im Leben und Sterben halten und wohin es geht, wenn dieses Leben vorüber ist.

Die Frucht gelingender Erzählung ist die lebensdienliche Erfahrung eines Vorausgängers. Von lebenspraktischem Wissen gesättigte Geschichten finden Haftflächen in der eigenen Wahrnehmung. So entsteht eine Erzählgemeinschaft, und zwar eine Erzählgemeinschaft der Hoffnung.
Es sind die großen und tiefen Themen, an die sich Zindel heranwagt: Herkunft und Zukunft – Ehe und Gemeinschaft – Aufbruch und Abbruch – Vergebung und Versöhnung – Loslassen und Überlassen.

Die besondere Stärke des Buches ist die reflektierte Praxis, die nicht mit der Analyse von Vorgängen abschließt, sondern stets den Himmel mit ins Bild zieht. Dieser Horizont bringt Licht und Sauerstoff in die Geschichten. Und er gibt dem ganzen Richtung: himmelwärts. Das ist der atmosphärische Unterton, der in immer neuen Variationen angeschlagen oder auch nur angezupft wird. Himmelwärts – das ist die Sehnsuchtslinie, die der Schweizer Heinz Zindel ausspannt und die durch seine amerikanische Frau Ann mit eigenen Eindrücken verstärkt wird.

Rechts und links der Hoffnungslinie stehen dem Leser Wegbegleiter, Stichwortgeber und geistliche Verwandtschaft zur Seite. Matthias Claudius, Martin Buber, Dietrich Bonhoeffer, Therese von Avila, C.S. Lewis und viele andere. Mit den von ihnen bewahrten Blüten-Worten ist der Weg Richtung Himmel nicht mit guten Vorsätzen, sondern mit Hoffnung und Vorfreude gepflastert.

Dominik Klenk

P.S. Ich las es gerne

Ökumene – keine Koalitionsverhandlungen

1 November 2011

„Lieber Bruder in Rom!“

Es gibt sie, die Protestanten, die Ökumene nicht mit Koalitionsverhandlungen verwechseln, die keine ökumenischen Gastgeschenke erwarten, die den Gast überfordern. Im Band „Lieber Bruder in Rom! Ein evangelischer Brief an den Papst“ hat Dominik Klenk 18 von Ihnen versammelt, die der katholischen Kirche und ihrem Oberhaupt die Hand entgegenstrecken und zeigen, dass Ökumene keine Einbahnstraße katholischer Vorleistungen ist. Auf Christus hin und aufeinander zu: Diese Methode formuliert Klenk in seinem Vorwort. Und die wenden die Autoren unterschiedlich an – mit bisweilen bemerkenswerten Ergebnissen. Der Theologe Werner Neuer etwa ermutigt den Papst zu einer Enzyklika über das christliche Menschenbild – Gender-Mainstreaming und Homo-Ideologie lassen ihm dies nötig erscheinen. Und der Theologe Ulrich Parzany gar fordert Benedikt XVI. auf, gegen ein Christentum ohne Christus zu kämpfen. Wörtlich schreibt er. „Ich hätte nie gedacht, dass ich als evangelischer Christ einmal den Papst bitten würde, die Evangelisation in Europa stärker voranzutreiben.“ Sicher, es bleiben Begrenzungen, etwa, wenn Günther Beckstein die Deutlichkeit seiner Kirche im Lebensschutz bemängelt, gleichzeitig aber den Ausstieg der katholischen Kirche aus der staatlichen Konfliktberatung kritisiert. Oder wenn die Theologin Astrid Eichler zwar die Schönheit des Zölibats entdeckt, aber nicht versteht, warum die katholische Kirche ihre Priester nur aus den Reihen der Zölibatäre wählt. Doch davon einmal abgesehen: Jeder der Autoren würde dem ökumenischen Imperativ zustimmen, den Robert Spaemann in seinem Nachwort mit dem Apostel formuliert: Wetteifert miteinander in der Verherrlichung Gottes! OM

 

Quelle: Die Tagespost; Samstag 8. Oktober 2011; Nummer 120; Seite 5 (Kirche aktuell)

Lieber Bruder in Rom – Besprechung auf Schweizerdeutsch

31 Oktober 2011

Auch die Schweizer lesen die Papstbriefe – und besprechen sie akzentuiert. Mehr hören Sie hier »

Sachbuch des Monats
Robert Spaemann: Nach uns die Kernschmelze

7 September 2011

Das jüngste Buch von Robert Spaemann, Nach uns die Kernschmelze. Hybris im atomaren Zeitalter, das zwei von mir geführte Interviews enthält, ist vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) zum Sachbuch des Monats (August 2011) gewählt worden!
Hier kann man den Audio-Beitrag hören »

Robert Spaemann: Nach uns die Kernschmelze. Hybris im atomaren Zeitalter. Sachbuch des Monats - August 2011

Robert Spaemann: Nach uns die Kernschmelze. Hybris im atomaren Zeitalter. Sachbuch des Monats - August 2011

 

Auch sonst erhält das Buch gute Besprechungen und Rezensionen:

Bei ARD geht die Sendung: Die Atomlüge. Vertuschte Störfälle, die Macht der Konzerne und die Täuschungsmanöver der Politiker darauf ein. Über sein Buch steht in der Besprechung der Sendung:

Für Robert Spaemann, einen der einflussreichsten Moralphilosophen der Gegenwart, stehen der Schutz des menschlichen Lebens und die Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen im Mittelpunkt seiner Anti-Atomkraft-Argumentation. Angesichts ihrer Unberechenbarkeit ist die Nutzung der Nukleartechnik in seinen Augen ein Verbrechen. „Der Atomausstieg kam zu spät, weil es gar keinen Einstieg hätte geben sollen“, kritisiert er die Bundesregierung. Sie hätte das „Restrisiko“ keinesfalls und zu keinem Zeitpunkt hinnehmen dürfen. Denn ganz egal für wie unwahrscheinlich man den Super-GAU gehalten habe: Seine Auswirkungen seien so katastrophal, dass man nicht einmal ein minimales Risiko hätte akzeptieren dürfen. Mit anderen Worten: Spaemann pocht auf „absolute Sicherheit“, die es allerdings nicht geben kann. „Wir denken in Kategorien des Fortschritts und nehmen an, dass sich unser Wissen und unser technisches Können ständig vermehren. Daraus schließen wir, dass unsere Zivilisation ewig existiert. Aber für diese Annahme gibt es überhaupt keinen zwingenden Grund.“

Auch Marius Meller beim Deutschlandradio Kultur hat das Buch besprochen. Er schreibt u.a.:

Liest man Spaemann in den Artikeln, Essays und Interviews von 1979-2011, gibt es eigentlich nur erstaunt festzustellen, dass eine wirklich simple Problemanalyse mit selbstevidenten Argumenten gegenüber der berüchtigten “Atom-Lobby” keine Chance hatte und erst heute, mit dem Schwenk der CDU auf den Kurs der Grünen zu ihrem Recht kommt.

Nach uns die Kernschmelze – Buch über Atomenergie

2 September 2011
Nach uns die Kernschmelze - Buch mit Robert Spaemann über Atomenergie

Nach uns die Kernschmelze - Buch mit Robert Spaemann über Atomenergie

Dieses Buch ist kleines Vermächtnis zum Thema Technologie – Atomenergie – und die Frage was der Mensch kann und soll und darf.
Es ist eine Sammlung der wichtigsten Essays und Stellungnahmen des Philosophen Robert Spaemann, der sich seit 50 Jahren öffentlich zum Thema äußert.
Seine Weitsichtigkeit zeigt: progressiv denken und konservativ handeln bewahrt die Schöpfung und ermöglicht Lebensräume für eine kommende Generation. Ich habe zwei Interviews mit ihm aus dem Jahre 2011 mit in das Buch eingebracht. Eine Pflichtlektüre für alle Atomkraftaufgescheuchten Besserwisser und für alle, die das Thema über den Polit-Alltag der schnellen Worte hinaus erfassen wollen.

Nach uns die Kernschmelze
Hybris im atomaren Zeitalter

Robert Spaemann
Klett-Cotta, 2011, 108 Seiten

Lieber Bruder in Rom

1 September 2011
Lieber Bruder in Rom. Ein evangelischer Brief an den Papst

Lieber Bruder in Rom. Ein evangelischer Brief an den Papst

D a s Buch zum Papstbesuch!
Am 22. August bei Knaur erschienen. Nach einer Woche schon in der 2. Auflage!
18 Briefe an den Papst von profilierten evangelischen Autoren. Zielpunkt: endlich ein Aufbruch in punkto Ökumene jenseits von Kirchendiplomatie und frömmelndem Gepolter.
18 Herzschlagthemen zwischen Luther und Benedikt, Kirche und Gesellschaft, Sex und Sakrament, Bibel und Babel.
D i e Chance, um beim Papstbesuch durchzublicken und selber der Träger einer anderen Ökumene zu werden.

Lieber Bruder in Rom!
Ein evangelischer Brief an den Papst

Dominik Klenk (Hrsg.)
Knaur, 2011, 158 Seiten

Das Nachwort des Buches hat Robert Spaemann geschrieben: Solche Protestanten sind willkommen

Der Brief von Kommunitätenbischof Jürgen Johannesdotter finden Sie hier: Gemeinschaften – ein Schatz der Ökumene

Vom Neid befreit: Die Kunst, zufrieden zu sein

1 September 2011
Vom Neid befreit. Mein uns Deins und die Kunst, zufrieden zu sein

Vom Neid befreit. Mein uns Deins und die Kunst, zufrieden zu sein

Neid ist stark. Und Neid lässt uns schwach werden. Wir werden blass, manchmal auch gelb vor Neid – auf jeden Fall geht er mächtig unter die Haut. Vor allem im nahen Umfeld gedeiht er, zerstört Freundschaften und macht Nachbarn zu Feinden, er spaltet Familien, nicht nur bei Erbschaftsfragen, und wirkt bis tief ins Herz unserer christlichen Gemeinden und Gemeinschaften hinein.
Dieses Buch gibt Anteil an reflektierten Erfahrungen zum Thema Neid. Projektionsfläche ist das gemeinsame Leben im Umfeld unserer Gemeinschaft. In Interviews und Lebenszeugnissen, Kurzgeschichte und seelsorgerlichen Betrachtungen berichten Menschen von ihren Erfahrungen: was Neid genau ist und was er mit uns macht, wie wir ihn erkennen, entschärfen und begrenzen können!

Eine lohnende Lektüre für Neider und Beneidete, für Betroffene und Seelsorger und eine hilfreiche Grundlage für das Gespräch in Hauskreisen, Jugendgruppen oder im Religionsunterricht.

Vom Neid befreit
Meins und Deins und die Kunst, zufrieden zu sein

Brunnen Verlag, 2011, 127 Seiten
8,99 Euro

Berufung finden – mein neues Buch

13 April 2010
Berufung: Meinen Platz im Leben finden

Berufung. Aufs Ganze gehen

Wie finde ich meinen Platz im Leben. Nicht nur irgendwie, sondern so, dass es sich lohnt aufs Ganze zu gehen?

Die Antwort darauf liefern uns keine fertigen Theorien, wohl aber Biografien. Das Buch berichtet von Menschen, die auf Wegkreuzungen ihres Lebens beherzt Entscheidungen treffen. Eine wesentliche Rolle dabei spielt das Wahrnehmen der feinen Himmelsfäden, die in ihr Leben hineinhängen und ihr inneres Gespräch mit Gott. So unterschiedlich ihre Herkunft, ihre Wesensart und die Umstände auch sind; sie alle gehen aufs Ganze. Ihre Berichte ermutigen und fordern zugleich heraus, die eigene Berufung zu entdecken!

Kaufen kann man das Buch hier:

Berufung. Aufs Ganze gehen »

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